Klinik Wolfstein wird Großunterkunft für Asylbewerber


Von Peter Püschel
Freyung. Seit dem Konkurs des Klinik-Imperiums Bavaria vor 15 Jahren steht sie ungenutzt auf dem Geyersberg, nun hat die ehemalige Kurklinik Wolfstein einen neuen Eigentümer und einen neuen Verwendungszweck: Überraschend hat die Stadt Freyung in Abstimmung mit der Regierung von Niederbayern die Immobile für vier Millionen Euro gekauft, um darin eine Erstaufnahmeunterkunft für Asylbewerber zu betreiben.
Das Haus ist voll ausgestattet und sofort belegungsfähig -bereits am kommenden Freitag sollen die ersten etwa 100 Flüchtlinge darinuntergebracht werden. Wie Freyungs Bürgermeister Dr. Olaf Heinrich mitteilt, wird die ehemalige Klinik auf eine Kapazität von 350 Bewohnern ausgerichtet, in Spitzenzeiten könnten es sogar 450 sein. Die Stadt wolle mit dieser Initiative verhindern, dass „Glücksritter“ von außerhalb der Region Immobilien kaufen und damit das große Geschäft machen. Stattdessen komme nun ein eventueller Mietüberschuss dem städtischen Haushalt und damit den Bürgern zugute.
Auch Landrat Sebastian Gruber - er wohnt Luftlinie nur knapp 200 Meter von der Klinik Wolfstein entfernt - spricht von einem positiven Signal. Die Freyunger Notaufnahme werde auf die Quote des Landkreises angerechnet, damit würden die anderen Gemeinden entlastet.
Die Stadt Freyung sieht die Notunterkunft aber nur als „übergangsweise Nutzung“ des Klinikgebäudes. Hauptziel sei eine nachhaltige touristische Neuausrichtung des exponierten Areals - immerhin gehören zum Kaufumfang auch 40 000 Quadratmeter Grundstück, die laut Bürgermeister Heinrich für Freyung eine große Entwicklungs-Chance darstellen. Die Asyl-Situation hat quasi die Tür dafür geöffnet: Wenn die Notunterkunft einesTages nicht mehr benötigt wird, will die Stadt das Klinik-Gebäude abbrechen und das Areal einem Investor anbieten. Man träumt von einem neuen, hochwertigen Hotel in einer dann einmaligen Lage.
Diesen Plan hatte im übrigen schon der Vorbesitzer: Investor Gustav Struck hatte das Klinik-Gebäude vor acht Jahren gekauft - aber in der Folge nichts weiter damit unternommen.